Partizipatives Design

Mehr als nur das Entwickeln guter Eigenprodukte

Ein Angebot für Mitarbeitende mit und ohne Beeinträchtigung

«Partizipatives oder Inklusives Design» bezeichnet die Einbindung von Laien in den Gestaltungsprozess. Klientinnen und Klienten, die in handwerklichen Betrieben einer Werkstatt tätig sind, haben über die Zeit häufig ein grosses Know-how in Bezug auf Material und Fertigung erworben. Die Gestaltung der Dinge, die durch sie hergestellt werden, übernehmen allerdings meist andere - da allgeimein davon ausgegangen wird, dass diese Aufgabe professionellen Gestalterinnen und Gestaltern überlassen werden sollte.

Im «Design Thinking» – einer mittlerweile in Wirtschaft und Industrie weit verbreiteten Technik – wird dies anders gesehen: Hier ist jeder Mensch nicht nur Nutzer, Verbraucher oder Kunde, sondern auch Experte mit eigenem Blickwinkel, der täglich Erfahrungen aus dem Umgang mit Objekten, Dingen und Werkzeugen zieht.

Die Produktgestaltung inklusiv - also gemeinsam mit Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung - zu übernehmen, birgt für Werkstätten ein besonderes Potenzial: Im Designprozess verändert sich die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden, sie entwickeln Zutrauen zur eigenen Kreativität. Unterschiede werden hier zur Bereicherung. Im Team sind alle Beteiligten aufgefordert, über das Bestehende hinaus zu denken, Ideen zu formulieren und zu präsentieren, kritikfähig und selbstanalytisch zu werden.

Inklusive Designmethoden eignen sich nicht nur zur Entwicklung kreativer und durchdachter Produkte - sie verändern Kommunikationsabläufe in der Arbeitsgemeinschaft und können impulsgebend in die ganze Werkstatt wirken. Die Techniken ermöglichen es, Arbeitsprozesse inklusiv zu vereinbaren - z.B. die der Arbeitsauswahl und -organisation oder der Arbeitsaraumgestaltung. Sie lassen sich effektiv zum Lösen von innerbetrieblichen Problemen einsetzen und können so zur Gestaltung von Arbeitsplätzen beitragen, die Freude machen.

Inhalte

  • Partizipation und Design: Einführung, Möglichkeiten, Chancen
  • Kennenlernen der Arbeits- und Wirkungsweise «Design Thinking»
  • Präsentation von Arbeitsbeispielen/Projekten zum Thema
  • Präsentation und Anwendung von Kreativtechniken und Methoden zum inklusiven Arbeiten

Ziele

Die Teilnehmenden

  • lernen verschiedene Methoden partizipativen Arbeitens kennen
  • erlernen und erfahren, welche Rahmenbedingungen für einen inklusiven Arbeitsprozess geschaffen werden müssen
  • erarbeiten in einer Kleingruppe ein eigenes Kreativkonzept, das verdeutlicht, wie das im Seminar Gelernte in der eigenen Praxis angewendet werden kann
  • reflektieren die eigene Praxis und die eigenen Produkte in Bezug auf die gelernten Methoden

Zielpublikum

Führungskräfte und Werkstattleitende sozialer Institutionen, die sich dafür interessieren, wie Partizipation und Mitwirkung in der Werkstatt erfolgreich umgesetzt werden kann. Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen sowie Klientinnen und Klienten, die in handwerklichen/kunsthandwerklichen Betriebsbereichen tätig sind.

Leitung

Angela Müller-Giannetti ist Kulturplanerin und Designerin.
Seit 1999 u. a. tätig für EUCREA, einem im deutschsprachigen Raum aktiven Verband, der sich für die Interessen von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung einsetzt. In diesem Rahmen hat sie zahlreiche Projekte zum Thema Design und Partizipation entwickelt und durchgeführt.

Daten

2 Tage: Do 18. und Fr 19. Februar 2021

Ort

Institut für Arbeitsagogik, Luzern

Kosten

CHF 650.– für Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen
CHF 950.- für Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen und Mitarbeitende

Status

noch freie Plätze verfügbar

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